Warum Emma Emma heißt

Maximilian und Emma sind die beliebtesten Namen in Österreich– das habe ich jedenfalls heute in der Zeitung gelesen. Ich weiß nicht recht, ob mich das stört oder freut, denn beide Namen habe ich in der Familie.

Zu meiner Ehrenrettung und um nicht als Mitläuferin zu gelten, möchte ich anmerken, dass wir unseren Sohn schon vor 31 Jahren Maximilian genannt haben. Und dass unsere erste Hündin Emma heißen würde, war klar, lange bevor sie vor fünf Jahren zu uns kam – weil wir einen starken Frauennamen wollten.

Wie es der Zufall wollte, ist sie ausgerechnet am 8. März, dem Weltfrauentag, zur Welt gekommen ist. Da denkt man doch unwillkürlich an Alice Schwarzer und ihr Magazin. In Wahrheit heißt Emma ja Danube Boondocks Amber Amazing Grace – aber das ist wirklich nicht alltagstauglich. Tolerant wie sie ist, hört sie aber auch auf Emmchen, Mauserl oder Afferl.

In jedem Fall bin ich der Meinung, dass Namen, die wir wählen, viel über uns aussagen. Deshalb mache ich mir einen Quiz daraus: Wenn ich Leute ihre Hunde rufen höre, überlege ich mir gerne, warum sie sich genau diesen Namen ausgesucht haben und was mir diese Wahl über sie erzählen könnte.

Hofrat, Hermann und Odin – alles respekteinflößend

In unserer Nachbarschaft lebte lange Zeit ein zauberhafter Rauhaardackel namens Vivaldi. Waldi wäre so typisch für einen Dackel gewesen, aber er war etwas Besonderes. Also haben seine Besitzer die Silbe Vi davor gestellt. In höheren Alter hat er allerdings mehr wie ein Hofrat ausgesehen. Wie auch immer. Mittlerweile sitzt er neben seinem Namensgeber auf einer Wolke und hört bestimmt himmlische Musik.

Der Hund meiner Frisörin, ein weißer Bullterrier-Rüde, heißt Hermann. Hermann, wer fällt mir da ein? Hermann Maier natürlich, den ich nach wie vor bewundere – denkt nur an Nagano. Hermann Maier als Vorbild, der Gedanke ist mir sympathisch. Oder Hermann Göring – auweh, Bullterrier sind Listenhunde. Vielleicht hat ja aber auch der Opa so geheißen – das wär wieder nett. Nachgefragt habe ich bisher noch nicht – aber vielleicht trau ich mich einmal.

Und dann ist da Odin, ein junger Weimaraner. Odin oder Wotan, nur eine Ableitung weit – der Hauptgott in der nordischen Mythologie, der Göttervater, Kriegs- und Totengott, Gott der Dichtung und Runen, der Magie und Ekstase. Was für eine Kombination! Mir gefällt der Gedanke, dass der Besitzer ein kunstsinniger Wagnerianer sein könnte.

Wie heißen Eure Hunde und warum habt Ihr sie so genannt?

Autor: Susanne Senft

Mein Name ist Susanne Senft. Ich wohne in Wien und im Waldviertel, arbeite als PR-Beraterin und Schreibtrainerin, züchte Labrador Retriever und bin ehrenamtliche Mitarbeiterin von Wiens mobilem Kinderhospiz MOMO.

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